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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde des Augsburger Schauspiels,
liebes Publikum,

es sind nur noch wenige Wochen bis zur Sommerpause und damit bis zu unserem Abschied vom Theater Augsburg. Zeit für einen kleinen Rückblick – und Ausblick, denn wir haben noch einiges vor!

Nach dem durch die unerwartete Schließung des Großen Hauses ungewöhnlichen und – vorsichtig ausgedrückt – herausfordernden Start in die Spielzeit haben die besonderen Anforderungen eines Stadttheaters ohne große Spielstätte ganz offenbar neue kreative Kräfte bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern freigesetzt. Nur so ist es zu erklären, dass wir Ihnen bisher zehn Premieren an fünf Spielorten zeigen konnten – von den Vorstellungen auf den angestammten Bühnen in der brechtbühne und im hoffmannkeller bis zu den nicht nur technisch äußerst herausfordernden Aufführungen in der Kongresshalle und im Martinipark. Dabei erzielten wir eine Gesamtauslastung von fast 90 %! Wir sind überwältigt von Ihrer Unterstützung und Ihrer großen Bereitschaft, uns in dieser turbulenten Spielzeit sowohl zu unseren bekannten als auch zu neuen Spielorten zu begleiten. Herzlichen Dank für diesen außerordentlichen Zuspruch für unsere Arbeit!

Doch nicht erst seit dieser besonderen Spielzeit war die positive Resonanz von Ihrer Seite groß. Seit meinem Antritt als Schauspielleiterin des Theaters Augsburg zur Spielzeit 2014/15 haben fast 200.000 Besucherinnen und Besucher unsere Vorstellungen gesehen, diese mitunter kritisch hinterfragt und oftmals begeistert applaudiert. Das riesige Interesse an unseren Aufführungen erfüllt nicht nur unser gesamtes Ensemble mit Freude und auch ein bisschen Stolz, sondern zeugt nicht zuletzt von der Bedeutung des Theaters als Ort der Diskussion und Begegnung für die (Stadt-)Gesellschaft. Auch wenn ein Teil des Schauspielteams Augsburg in wenigen Wochen verlassen wird, war die Entscheidung für die Sanierung des Großen Hauses eine große Erleichterung für uns alle.

Und vor allem gehen wir nicht ohne einen letzten großen Knall: Kurz vor dem Spielzeitende wird es bei unserer letzten Premiere noch einmal turbulent. Die brechtbühne verwandelt sich im psychedelisch anmutenden Bühnenraum von Wolfgang Menardi in die Pension Schöller. Die Handlung von Carl Laufs und Wilhelm Jacobys 1890 uraufgeführten Posse ist schnell erzählt: Rentier Klapproth aus Kyritz kommt nach Berlin und will abseits vom normalen Touristenprogramm ein ganz besonderes Etablissement erleben – „Nee, keene Weiber!", eine Irrenanstalt soll es sein. In Ermangelung des Zugangs zu einer solchen bringt sein Neffe ihn in eine stinknormale Pension, nur weiß der Onkel das nicht. Dank der ausgesprochen exzentrischen Bewohnerschaft verwischen schnell die Grenzen zwischen Normalität und Wahnsinn – Wer sind denn jetzt die Bekloppten?

Damit auch genug Zeit und Raum bleibt, diese wichtige Frage zu klären (oder – falls dies nicht gelingt – zumindest zu trinken und zu tanzen), laden wir Sie im Anschluss an die Vorstellungen von Pension Schöller am 6., 13., 14. und 15. Juli zum Feiern ein. „Dionysos zuliebe" wird an diesen Tagen bei Live-Musik, gutem Essen und kalten Getränken der Augsburger Sternenhimmel zur natürlichen Discokugel.

Wir freuen uns darauf, Sie in den kommenden drei Wochen noch oft im Theater Augsburg zu sehen!

Ihre Schauspieldirektorin,
Maria Viktoria Linke